Was ist golisimo?
golisimo ist eine Gleitbeschichtung für tribologisch beanspruchte Oberflächen. Sie wird als dünne Schicht auf Metallbauteile aufgebracht und bildet einen trockenen, reibungsarmen Film. Im Gegensatz zu Öl oder Fett bleibt dieser Film auch bei hoher Flächenpressung, niedrigen Gleitgeschwindigkeiten und diskontinuierlichem Betrieb an der Oberfläche. Entscheidend ist die Kombination aus Schichtdicke, Haftung und passendem Substrat; golisimo ist keine Universallösung, sondern ein Konstruktionselement für definierte Reibpartner.
Welches Problem löst die Beschichtung?
Das typische Problem heißt Stick-Slip: Eine Führung oder ein Stempel ruckt, weil der Schmierfilm an einzelnen Stellen abreißt. Ursache sind hohe Punktlasten, enge Toleranzen und Schmierstoffe, die an senkrechten Flächen ablaufen oder ausgeschwemmt werden. Die Lösung ist ein trockener Gleitfilm, der die Reibung gleichmäßiger hält und Notlaufeigenschaften bietet. In der Praxis zählt weniger der Reibwert auf dem Datenblatt als die Frage, ob das Bauteil nach der Beschichtung über zehntausende Hübe ohne Nachschmierung stabil läuft.
Wie wird golisimo aufgebracht?
Der Prozess folgt einer klaren Kette, weil die Haftung über die Lebensdauer entscheidet:
- Reinigen: Öle, Fette, Zunder und Trennmittel müssen vollständig entfernt werden.
- Vorbereiten: Strahlen, Entfetten oder chemische Vorbehandlung erzeugen die nötige Rauheit und Aktivität.
- Beschichten: Die Schicht wird gleichmäßig auf die Gleitfläche aufgebracht; Maskierung schützt Funktionsflächen.
- Einbrennen: Die Temperaturführung bestimmt Härte, Haftung und Endreibung.
Ein häufiger Fehler ist die zu dicke Schicht. Sie kann abplatzen und den Reibpartner verschleißen. Dünnere Schichten mit sauberer Vorbehandlung liefern meist die stabileren Ergebnisse.
Wo bewährt sich golisimo in der Praxis?
Konkrete Einsatzfälle sind Stanz- und Umformwerkzeuge, Führungsschienen, Kurvenscheiben und Verriegelungen. Überall dort, wo Schmierstoffe aus hygienischen Gründen unerwünscht sind oder Wartungsintervalle steigen, bietet die Beschichtung einen Vorteil. Ein Werkzeugbauer sollte jedoch nicht pauschal austauschen: Bei abrasiven Medien, hohen Temperaturen oder stark korrosiven Umgebungen braucht es eine eigene Auslegung. Die Beschichtung ersetzt keine Konstruktion, sondern ergänzt sie.
Was sollten Anwender vor der Umstellung prüfen?
Vor dem Serieneinsatz stehen drei Prüfungen: ein Reibungs- und Verschleißtest mit dem realen Gegenkörper, eine Haftungsprüfung nach der Vorbehandlung und ein Langzeitversuch unter Produktionsbedingungen. Dabei werden Schichtdicke, Oberflächenrauheit und Reinigungsprozess dokumentiert. Wer diese Parameter einmal sauber festlegt, kann spätere Chargen zuverlässig vergleichen. Der Nutzen von golisimo zeigt sich nicht in einer einzelnen Kennzahl, sondern in weniger Nachschmierung, weniger Ausschuss und planbaren Wartungsintervallen.